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Stand: 13.11.2018

Pressemitteilung

„Es ist so schade, wie viele alte Menschen alleine sind“

"Es ist so schade, wie viele alte Menschen alleine sind"

Häusliche Einzelbetreuung des Caritasverbandes als ein Baustein für ein langes selbstbestimmtes Leben zu Hause.

Dank eines gut durchdachten Hilfe-Mix gelingt bei Gerda Bölting das, was sich die meisten Menschen für das Alter wünschen: so lange wie möglich in den eigenen 4 Wänden zu leben.

Die 94-Jährige ist voller Energie und gerne unter Menschen. Umso bitterer ist es für sie, dass sie seit einem Sturz in ihrer Mobilität stark eingeschränkt ist. Nach einem Reha-Aufenthalt war klar, dass Frau Bölting im Alltag Unterstützung braucht, um wie gewohnt zu Hause leben zu können. Also überlegten die Kinder gemeinsam mit ihr, wie es gehen könnte.

Neben der Einbindung von professioneller Pflege und einer Hausnotrufsicherung wurde nach einem Angebot Ausschau gehalten, das von montags bis freitags die Mittagszeit mit kleinen unterstützenden Hilfen abdeckt und insbesondere Unterhaltung und Gesellschaft leistet. Bei der Caritas-Sozialstation sind die Kinder im Januar dieses Jahres fündig geworden.

Für Anna Cala, eine von 3 Seniorenbegleiterinnen des Helferinnenteams, sind die Besuche bei Gerda Bölting eine echte Herzensangelegenheit. "Anfangs hätte ich mir nicht vorstellen können, dass mir die Tätigkeit so viel Freude macht. Ich gehe hier immer mit einem Lächeln raus. Die Besuche bereichern mich sehr: Frau Bölting hat immer so viel zu erzählen und teilt ihre Lebenserfahrung gerne. Auch wenn wir manchmal auch durch schlechte Tage gehen, bleibt am Ende immer etwas Gutes hängen", sagt Anna Cala.

"Themen hab ich ja genug, es ist schön, dass jemand da ist, mit dem ich meine Gedanken austauschen kann. Und den Apfel könnt ich allein nicht schälen. Da ist es schon Gold wert, dass mir jemand zur Seite steht", so Frau Bölting.

Die entfernt lebende Tochter stellt fest, "unsere Mutter ist mit den Seniorenbegleiterinnen wieder richtig aufgeblüht".

Gerda Bölting ist selbst sehr motiviert, vorhandene Alltagsfähigkeiten zu erhalten und zu fördern. Ein Stuhl im Wohnzimmer spielt eine wichtige Rolle in ihrem Tagesablauf. Jeden Abend macht sie darauf Gymnastik, um die Beweglichkeit ihrer Schulter zu stärken. Die Erfolge spürt sie jeden Tag.

Ihr liebstes Hobby ist Fußball. Den Fernsehsessel hat sie ganz nah an den Fernseher gestellt, das Sky-Programmheft liegt direkt neben der Fernbedienung. Die hat ihr Sohn ihr neu mitgebracht - mit extra großen Tasten, ihre Lieblingssender alle vorprogrammiert. Nur darüber, dass sie nicht mehr so gut sehen kann, ärgert sich Frau Bölting doch noch ab und an.

"Es ist so schade, wie viele alte Menschen alleine sind, einfach weil sie gar nicht wissen, dass es dieses Angebot gibt", berichtet Gerda Bölting von ihren Beobachtungen.

"Für Außenstehende wirkt die Seniorenbegleitung manchmal wie ein kleines nettes Angebot am Rande. Für die Betroffenen ist es aber ein ganz wichtiger Baustein in ihrer Versorgung", weiß Inge Bihn von der Seniorenberatung der Caritas.

"Die Besuche der Seniorenbegleiterinnen sind, häufig über viele Jahre, eine verlässliche und individuelle Bezugsbegleitung. Sie bringen Zeit und Einfühlungsvermögen mit und werden geschult sowie fachlich von uns stetig begleitet. Viele sind bereits erfahren. Bei der Vermittlung achten wir darauf, dass die Chemie stimmt. Entscheidend ist, dass sich die zu begleitende Person angenommen und wertgeschätzt fühlt. Deshalb stehen im Mittelpunkt der Begleitung die Bedürfnisse, Interessen und Fähigkeiten der Menschen mit Unterstützungsbedarf", erklärt Inge Bihn die Wichtigkeit des Angebots.

Die Häusliche Betreuung und Begleitung gehört zu den Angeboten zur Unterstützung im Alltag und wird bei Vorliegen eines Pflegegrades über die Pflegekasse finanziert.

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