Die Kita hat sich heute weniger mit Karneval und mehr mit dem Ukraine-Krieg beschäftigt. Bei den Kindern war das großes Thema. Viele der Kinder bringen Migrationshintergrund mit, manche auch aus Osteuropa. Kindgerecht sind die Erzieher*innen auf das Thema Krieg eingegangen.
"Gerade Kita-Kinder schnappen im Radio oder am Fernsehen viel auf, das nicht in kindgerechter Art und Weise aufbereitet ist. Dann verunsichern solche Meldungen noch viel mehr", weiß Kita-Leitung Renate Tidden. Bei vielen Familien lösten die Nachrichten über den Krieg auch Erinnerungen an eigene Familiengeschichten von Krieg und Flucht aus.
"Für die Kinder ist wichtig, dass sie das Gefühl bekommen, nicht unmittelbar betroffen zu sein, sicher zu sein. Aber auch das Gefühl, etwas tun zu können ist wichtig", sagt Renate Tidden. Daher hat das Kita-Team kurzerhand eine kindgerechte Mitmachaktion ins Leben gerufen. Per farbigem Fingerabdruck unterschrieben die ersten Kinder den Friedensappell.
Wie nah Freud und Leid, Glück und Sorge beieinander liegen, zeigt sich hier wieder einmal deutlich. "So nachdenklich die Kinder beim Thema Krieg sind, so fröhlich sind sie aber beim Thema Karneval. Für die Kinder geht beides. Da können wir auch was von lernen", meint Renate Tidden. "Wir nehmen uns Zeit für die Nöte von Menschen, stärken uns aber gegenseitig, indem wir auch das Schöne im Leben feiern".